10 Tipps und Tricks für das perfekte Foto

Thomas Søndergaard, einer der bekanntesten Instagram-Fotografen Dänemarks, verrät dir 10 Tipps und Tricks für schönere Fotos.

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Kategorie Tipps & Tricks

Datum 08/10/2015

Handy- und Digitalkameras haben die Reisefotografie revolutioniert. Das Ergebnis ist eine schier überwältigende Menge an Fotos, von denen sage und schreibe 350 Millionen auf Facebook hochgeladen werden – jeden Tag.

Wir haben uns mit Thomas Søndergaard, einem der bekanntesten Instagram-Fotografen Dänemarks, unterhalten und haben von ihm 10 Profi-Tipps bekommen, mit denen du deinen Fotos das gewisse Etwas verleihen kannst.

Die beste Kamera ist die, die du bei dir trägst

„Ich bin ein Riesenfan von mobiler Fotografie und den unzähligen Möglichkeiten, die uns dadurch offenstehen: im Hinblick auf die Aufnahmen, deren Bearbeitung, aber auch die Interaktion mit anderen Fotografen auf Instagram. Vor ein paar Monaten habe ich mir allerdings auch eine gute Kompaktkamera zugelegt, die ich meistens für weniger spontane Aufnahmen bei mir trage.“

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Blick über Kopenhagen vom Domus Portus

Verwende den Blitz nur dann, wenn du dich damit auskennst

„Wenn du nicht weißt, wie du Blitzlicht richtig einsetzt, benutz es lieber gar nicht. Fotografieren mit Blitz ist eine Kunst für sich und kann tolle Effekte erzeugen, aber es ist ziemlich kompliziert. Wenn du viel drinnen fotografierst, besorg dir einen speziellen Blitz und richte ihn auf die Decke – aber Vorsicht, das erfordert Übung! Du kannst dir auch ein wirklich schnelles (d.h. lichtempfindliches) Objektiv für deine Kamera zulegen und ganz ohne Blitz fotografieren, oder den ISO-Wert der Kamera nach oben drehen, um die Lichtempfindlichkeit zu erhöhen. Das kann zu Bildrauschen und Körnigkeit führen, was aber nicht unbedingt schlecht sein muss.“

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Friday Night Skate in Kopenhagen

Mach das Beste aus dem Herbst

„Der Herbst ist super zum Fotografieren, besonders wenn du schöne Farben magst. Das gedämpfte Licht muss dabei gar kein Problem sein; probier einfach verschiedene Dinge aus. Fotografiere zum Beispiel kahle Bäume vor einem grauen oder blauen Himmel, um einen eindrucksvollen Silhouetteneffekt zu erzeugen. Oder verwende die gelben Blätter als einzigen Farbtupfer in einer ansonsten grauen und fast einfarbigen Aufnahme.“

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Ein nebeliger Morgen im Faelledparken in Kopenhagen

Mit einem-50-mm-Objektiv kannst du nichts falsch machen

„Wenn du gerne Menschen fotografierst, kannst du mit einem guten 50-mm-Objektiv nichts verkehrt machen: es ist günstig und vielseitig. Falls du dich lieber auf Landschaften stürzt, ist ein Stativ eine sinnvolle Investition, am besten in Kombination mit einer Fernbedienung (um Verwackeln zu vermeiden und für Situationen, in denen du selbst im Bild sein möchtest). Ein Weitwinkelobjektiv ist für diese Art der Fotografie ebenfalls ein Muss.“

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Ein erfrischendes Bad in Gold Beach City, Alanya, Türkei

Wage dich an Menschen heran

„Landschaftsaufnahmen sind nicht allzu schwierig. Solange wir die Kamera gerade halten, können die meisten von uns ein schönes Foto von einem Sonnenuntergang machen. Menschen zu fotografieren ist hingegen nicht so leicht, da man wesentlich weniger Kontrolle über die Situation hat und oft über seinen eigenen Schatten springen muss. Wie spricht man zum Beispiel Fremde auf der Straße an, weil man sie gerne fotografieren würde? Wie reagiert man, wenn man dabei ertappt wird, auf der Straße Leute zu fotografieren? Probier es einfach aus – du wirst es nicht bereuen.“

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Nairobi, Kenia

Straßenszenen

„Aufnahmen mit deinem Smartphone sind besonders praktisch, wenn du nicht auffallen, oder die Situation nicht beeinflussen möchtest. Straßenfotografie ist hier ein gutes Beispiel – einige meiner besten Fotos habe ich auf der Straße mit meinem iPhone gemacht. Setz deine Kopfhörer auf, um ganz unauffällig zu wirken, und schieß Fotos über den Lautstärkeregler deines Kopfhörerkabels.“

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Morgens auf dem Weg zur Arbeit über die Dronning-Louises-Brücke im Zentrum von Kopenhagen

Vermeide Klischees

„Ich glaube, Klischeefotos sind durch Instagram noch unbeliebter geworden – aber ich muss zugeben, dass ich selbst schon eine Menge davon gemacht habe. Wenn du nach Barcelona reist, bist du nicht verpflichtet, ein Selfie vor der Sagrada Familia zu machen, und während deines New-York-Besuchs zwingt dich keiner, den Sonnenuntergang über Manhattan oder die Sicht auf die Stadt vom Rockefeller Center aus zu fotografieren. Folge stattdessen deiner Neugier und gehe zu Fuß auf Entdeckungsjagd. Wage dich in interessante Seitenstraßen und unterhalte dich mit den Menschen, um zu erfahren, wo du die besten Fotos machen kannst. Ich wende mich oft an einheimische Instagram-Nutzer, wenn ich an einen neuen Orte reise – das ist fast so, als hätte man seinen eigenen (kostenlosen!) Reiseführer, der genauso gerne fotografiert wie man selbst.“

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Winizige Badegäste im Goldcity Spa & Wellness Hotel, Alanya, Turkei

Warte auf den richtigen Moment

„An einem neuen Ort bist du automatisch aufmerksamer und beobachtest mehr; das hilft dir dabei, interessante Motive zu finden. Wenn du eine Stadt besuchst, such dir eine gute Stelle in einer engen, belebten Straße und bleib einfach dort stehen. Schaffe eine Szene, stell deine Kamera entsprechend ein, warte darauf, dass Menschen in deinen Sucher treten und nutze den richtigen Moment für ein schönes, authentisches Foto.“

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Eine Radfahrerin auf der Dronning-Louises-Brücke in Kopenhagen

Experimentieren und lernen

„Nichts verbindet Fotografen mehr mit ihren Bildern, als fünf Stunden in der Dunkelkammer zu stehen, um dann mit nur zwei fertigen Fotos nach Hause zu gehen. Nicht jeder hat die Gelegenheit, mit einer manuellen Kamera zu fotografieren und anschließend in die Dunkelkammer zu gehen; falls dir die Möglichkeit offensteht, solltest du sie auf jeden Fall nutzen. Man lernt dabei so viel über Bildstrukturen, Belichtung und Fokus. Je mehr du mit deiner Kamera ausprobierst und fotografierst, desto mehr wirst du darüber nachdenken, was genau ins Foto soll, was gut aussieht und was nicht – bis es dir schließlich in Fleisch und Blut übergeht.“

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Ein BMX-Rad fliegt durch die Lüfte im PLUG N PLAY, einem Stadtpark für Aktive in Ørestad, Kopenhagen

VSCOcam zum Bearbeiten von Bildern

„Meine Lieblings-App ist VSCOcam, weil sie Bilder auf sehr natürliche Weise darstellt. Außerdem verwende ich Snapseed (für all die kleinen Veränderungen, die mit VSCOcam nicht möglich sind) sowie Mextures und Darkroom.“

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Der beeindruckende Skógafoss-Wasserfall, Island

Jetzt kann dich nichts mehr aufhalten. Plane deinen nächsten Urlaub und knipse drauf los!

Ursprünglich veröffentlicht

08/10/2015