Gewöhnungsbedürftig oder lecker? 17 kuriose Spezialitäten aus aller Welt

Von Schwalbennestersuppe, Gammelrochen bis hin zu frittierten Insekten: Nicht nur im Dschungelcamp, sondern weltweit wird exotisches Essen serviert. Wir stellen dir 17 (gewöhnungsbedürftige) Spezialitäten aus aller Welt vor!

Andere Länder, andere Geschmäcker. In vielen Teilen der Welt sind Insekten ein beliebter Snack

Andere Länder, andere Geschmäcker. In vielen Teilen der Welt sind Insekten ein beliebter Snack © NomadHead Travel

Kategorie Reisetipps

Datum 02/01/2017

Von Schwalbennestersuppe bis hin zu frittierten Insekten, nicht nur im Dschungelcamp, sondern weltweit wird exotisches Essen serviert. Was bei uns als gewöhnungsbedürftig angesehen wird, ist in anderen Ländern nämlich eine Delikatesse.

Wir nehmen dich auf eine kulinarische Weltreise mit und stellen dir 17 kuriose Spezialitäten aus aller Welt vor!

Europa

Nord-/Südamerika

Afrika

Asien

Ozeanien und Australien

Spezialitäten aus aller Welt: Auch Europa hat Kurioses zu bieten

Man muss nicht weit reisen, um auf exotisches Essen zu stoßen, denn auch bei uns in Europa kommen jede Menge merkwürdige Delikatessen auf den Tisch.

Island: Hákarl- Fermentierter Grönlandhai

Fermentierter Grönlandhai wird abgehangen, damit das Ammoniak entweichen kann
Fermentierter Grönlandhai wird abgehangen, damit das Ammoniak entweichen kann © Richard Toller

Für Freunde rauer Natur ist Island – Europas am dünnsten besiedeltes Land – ein Muss, denn die beinahe unendlichen Weiten und die Wildheit der isländischen Natur sind einfach einen Besuch wert. Liebhaber kurioser Gaumenfreuden dürften Island aber vor allem aufgrund eines bestimmten Gerichtes kennen: Hier wird fermentierter Grönlandhai, auch „Hákarl“ genannt, serviert.

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Grönlandhaie sind roh ungenießbar bis giftig – erst durch den Fermentierungsprozess kann der Hai bedenkenlos gegessen werden.

Dabei wird der Hai traditonellerweise ausgenommen, entgrätet, gesäubert und gewaschen. Danach wird das ungewürzte Fleisch vergraben und im Sommer bis zu sieben Wochen, im Winter sogar drei Monate stehen gelassen.

Weitere vier Monate vergehen, bei deinen das vergorene Fleisch in eine Trockenhütte gehängt wird, sodass das austretende Ammoniak entweichen kann – die Zubereitung Hákarls ist eine geruchsintensive (böse Zungen behaupten auch: stinkende) Angelegenheit!

Ach ja: Gegessen wird die Stinkbombe natürlich auch. Hákarl wird in kleine Stücke geschnitten und mit viel Schnaps „runtergespült“.

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Schweden: Surströmming – Gegorener Hering

Surströmming ist eine der geruchsintensivsten Spezialitäten aus aller Welt
Surströmming ist eine der geruchsintensivsten Spezialitäten aus aller Welt © Wrote

Von einer Stinkbombe zur nächsten: Auch „Surströmming“, gegorener Hering und eine schwedische Spezialität, ist nichts für Gourmets mit empfindlichem Geruchssinn!

Nach schwedischer Tradition wird der Hering im Frühjahr gefangen, in großen Fässern in einer Salzlake eingelagert und diese Mischung dann in einem natürlichen Fermentierungsprozess vergoren.

Einen Monat vor Verkauf wird der Fisch dann in Konserven abgefüllt und verschlossen und üblicherweise eingerollt in einem dünnen Brot mit Zwiebeln und Kartoffeln gegessen.

Fun Fact: Du willst eine Dose Surströmming als Mitbringsel aus deinem Schweden-Urlaub nach Deutschland einführen?- Dann solltest du dich vorab bei deiner Fluglinie nach verbotenen Substanzen erkunden. Aus Angst vor möglicher Explosionsgefahr ist die Mitnahme von Surströmming nämlich bei einigen Fluggesellschaften verboten.

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Sardinien, Italien: Casu Marzu – Schafmilchkäse mit Maden

Casu Marzu ist ein Käse mit Extra-Biss: Er enthält lebende Maden
Casu Marzu ist ein Käse mit Extra-Biss: Er enthält lebende Maden © Shardan

Für gewöhnlich erfreut sich die italienische Küche großer Beliebtheit, doch ob sich Casu Marzu – eine berühmt-berüchtigte Spezialität aus Sardinien – bei uns durchsetzt, ist eher fragwürdig.

Bei Casu Marzu handelt es sich um einen überreifen Schafskäse, der so lange reift, bis er Maden enthält. Diese sorgen für die schmierige Konsistenz und den beißenden Geruch, der diese merkwürdige Delikatesse ausmacht.

Wahre Feinschmecker essen die noch lebenden Maden natürlich mit. Zum Käse wird sardinisches Brot und ein Cannonau Rotwein gereicht.

Lange Zeit war der Verkauf des Käses laut EU-Recht verboten und er war nur auf dem Schwarzmarkt erhältlich. Da es sich aber um ein traditionelles Produkt der Insel handelt, dürfen lokale Hersteller den Käse wieder öffentlich verkaufen, seit eine hygienische Produktionsmethode entwickelt wurde.

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Schottland: Haggis

Trotz des eher unappetlichen Aussehens schmeckt Haggis überraschend gut
Trotz des eher unappetlichen Aussehens schmeckt Haggis überraschend gut © Tess Watson

Zugegeben: Bleibenden Eindruck hat die britische Küche bislang eher nicht hinterlassen und das könnte an kuriosen Gerichten wie Haggis liegen.

Haggis ist ein Schafsmagen gefüllt mit allerlei Innereien dieses besagten Tieres und in Schottland in fast jedem Restaurant oder Pub zu bekommen – das schottische Nationalgericht sieht, gelinde gesagt, gewöhnungsbedürftig aus, macht aber trotzdem irgendwie Sinn: Schottland hat fast 10 Mal mehr Schafe als Einwohner.

Überraschend gut schmeckt Haggis übrigens auch!

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Spezialitäten in Nord- und Südamerika

Nordamerika? – Burger, Pizza und Pancakes. Südmarika? – Reis und Bohnen. Wer die amerikanischen Kontinente ausschließlich mit diesen Gerichten in Verbindung bringt, wird in unserer Liste eines besseren belehrt!

Kanada und USA: Rocky Mountain Oysters oder Prairie Oysters

Rocky Mountain Oysters haben nicht viel mit Austern zu tun. In Wirklichkeit handelt es sich um Bullen-Hoden
Rocky Mountain Oysters haben nicht viel mit Austern zu tun. In Wirklichkeit handelt es sich um Stierhoden

Wer den Namen „Rocky Mountain Oysters“ auf der Speisekarte liest, wird bestimmt erst einmal etwas anderes vermuten.
Tatsächlich handelt es sich bei dem Gericht aber nicht um genüsslich geschlüfte Austern, sondern um die frittierten Hoden eines Büffels oder Stiers.

Diese werden geschält, gekocht, mit Mehl paniert und dann gebraten und anschließend mit Cocktailsauce als Vorspeise gereicht. „Rocky Mountain Oysters“ wird nicht nur im Wilden Westen serviert, sondern in allen Teilen Amerikas und Kanadas, in denen große Viehherden gehalten werden.

Übrigens: Manche schreiben der kuriosen Spezialität sogar eine potenzfördernde Wirkung zu.

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USA: Jellied Moose Nose – Elchnase in Gelee

Manche Delikatessen weltweit verwundern uns schlichtweg und auch hier haben wir uns gefragt, warum dieses merkwürdige Essen bei manchen auf den Tisch kommt.

In Alaska wimmelt es nur so von Elchen und während Elch-Hot Dogs dort an jeder Straßenecke angeboten werden, ist Sülze von der Elchnase nicht ganz so alltäglich.

Die Zubereitung ist einfach: Man nimmt die Nase eines Eches, kocht diese solange, bis die Haare leicht entfernt werden können und kocht das Fleisch dann anschließend solange, bis es zu einer geleeartigen Masse zerfällt. Serviert wird diese dann gekühlt und in Scheiben geschnitten.

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Mexiko: Huitlacoche – Verschimmelte Maiskolben

Verschimmelte Maiskolben sind eine beliebte Spezialität in Mexiko
Verschimmelte Maiskolben sind eine beliebte Spezialität in Mexiko © Karen

Schon die alten Azteken wussten diesen Leckerbissen zu schätzen. Während der Regenzeit befällt ein Pilz – der sogenannte Maisbeulenbrand – die Maisfelder im ganzen Land und ist gleichzeitig Plage und Spezialität.

In Mexiko sind die schwarzen, angebratenen Pilze eine beliebte Füllung von Tacos und Quesadillas und an vielen Straßenständen vorzufinden, obwohl sie zugegebenermaßen nicht wirklich appetitlich aussehen.

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Peru und Ecuador: Gefüllte Meerschweinchen

In Deutschland als Haustier gehalten, landet Meerschweinchen in Südamerika auf dem Teller
In Deutschland als Haustier gehalten, landet Meerschweinchen in Südamerika auf dem Teller © Tomas Sobek

Die kleinen Nagetiere sind bei uns als Haustiere sehr beliebt. Fast unvorstellbar also, dass die süßen Fellknäuel anderswo verspeist werden.

Doch es gilt: Andere Länder, andere Essgewohnheiten. In den Ländern der Anden, vor allem in Peru und Ecuador, sind die Kleintiere nämlich fester Bestandteil der traditionellen Küche und eine wichtige Proteinquelle in den ärmlichen Bergregionen.

Die Meerschweinchen sind auch noch heute auf der Speisekarte vieler traditionsreicher Restaurants zu finden und haben es sogar bis in die Gourmet-Küchen der großen Städte geschafft.

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Afrika

So vielseitig wie der Kontent selbst, so vielseitg sind auch seine Speisen. Auch Afrika wartet mit exotischen und kuriosen Gerichten auf. Hier sind zwei davon.

Kongo: Rote Ameise

Schenkt man der traditionellen Volksmedizin glauben, sind rote Ameisen nicht nur eine echte Delikatesse, sondern auch äußerst gesund: Der Verzehr der kleinen Tierchen soll nämlich das Immunsystem stärken und Heilprozesse beschleunigen.

Die landestypische Spezialität wird zusammen mit Gemüse serviert, doch erst einmal müssen die Ameisen mit einem Trick aus ihrem Bau gelockt werden.

Hierzu stellst du einen süß duftenden Korb auf und verbrennst daneben Kräuter mit einschläfender Wirkung – im Glauben an eine süße Mahlzeit verlassen die Ameisen ihren Bau und können dann leicht aufgesammelt werden.

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Namibia, Ngiri Aars: Warzenschwein-Rektum

Dieses spezielle Gericht findet man in Namibia und der afrikanische Name ist Program: Es kommt tatsächlich der Rektum des Warzenschweins auf den Teller. Der Anus mit 1 Meter Darm wird angebraten und dann serviert – nicht zu lang, damit er nicht zäh wird.

Der berühmte amerikaische Chefkoch Anthony Bourdain probierte Warzenschwein-Rektum auf seinen kulinarischen Reisen durch das Land und beschrieb es anschließend als die schlimmste Mahlzeit seines Lebens. Wie auch immer: Kenner loben das kuriose Gericht für seinen ausgezeichneten Geschmack!

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Spezialitäten in Asien

Unsere kulinarische Weltreise führt uns weiter nach Asien, wo einige der kuriosesten Delikatessen weltweit herkommen.

Philippinen und Vietnam: Balut – Ausgebrütetes Vogelei

Ausgebrütete Vogeleier gehören wohl zu den eher gewöhnungsbedürftigeren Spezialitäten aus aller Welt
Ausgebrütete Vogeleier gehören wohl zu den eher gewöhnungsbedürftigeren Spezialitäten aus aller Welt © Charles Haynes

Balut ist eines der außergewöhnlichsten Delikatessen, die du weltweit kosten kannst und zählt zu den beliebtesten Snacks, die auf Straßenständen und Restaurants in Südoastasien angeboten werden.

Würdest du ein angebrütetes, gekochtes Hühner- oder Entenei verspeisen? – Falls du die Frage mit „ja“ beantworten kannst, solltest du Balut probieren!

Gegessen wird die kuriose Spezialität üblicherweise in zwei Schritten: Zuerst wird die Eierflüssigkeit mit ein wenig Salz vermengt und genüsslich ausgeschlürft, bevor im zweiten Schritt das Küken verspeist wird.

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China: Schwalbennestersuppe

Schwalbennester gehören zu den teuersten Delikatessen auf unserer Liste
Schwalbennester gehören zu den teuersten Delikatessen auf unserer Liste © InterContinental Hong Kong

Unglaublich aber wahr: Schwalbennestersuppe zählt zu den teuersten Spezialitäten der chinesischen Küche. Nicht selten zahlt man auf Märkten bis zu 200$ für ein Pfund Schwalbennester.

Dabei dürfte es weniger der Geschmack sein, der die Delikatesse zu einem eher teuren Vergnügen macht, sondern die Zubereitung und die nachgesagte kräftigende Wirkung – im Volksglauben soll Schwalbennestersuppe das Immunsystem stärken und die Potenz fördern.

Hauptzutat ist der eiweißreiche und zähe Speichel von Salanganen, der den Schwalbennestern als „Zement“ dient. In einer kräftigen Suppe gekocht, nimmt die Masse schließlich eine geleeartige Form an und entfaltet einen eher milden Geschmack.

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Kambodscha: Frittierte Vogelspinne

Früher eine Arme Leute-Essen, heute auch in Szenerestaurants angekommen: Vogelspinne
Früher eine Arme Leute-Essen, heute auch in Szenerestaurants angekommen: Vogelspinne © Paul Mannix

Eine exotische Spezialität mit Ekelfaktor? In Kambodscha sind die Achtbeiner jedenfalls eine beliebte Delikatesse.

Frittierte Vogelspinnen waren unter dem Terroregime der Roten Khmer zwischen 1975 und 1979 ein unverzichtbarer Bestandteil auf dem Speiseplan der hungernden Bevölkerung, mittlerweile sind die Spinnen zum Trendsnack avanciert.

Die Vogelspinnen werden kross gebraten und auf Märkten und Restaurants im ganzen Land verkauft. Der Spinnenmarkt von Skun, etwa 70 km von der Hauptstadt Phnom Penh entfernt, ist für den Verkauf der Vogelspinnen und ähnlicher „Leckereien“ berühmt.

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Indonesien: Kopi Luwak, der teuerste Kaffee der Welt

Kopi Luwak ist der wohl teuerste Kaffee der Welt
Kopi Luwak ist der wohl teuerste Kaffee der Welt © Maria

Auf der Suche nach den skurillsten Delikatessen weltweit kommt man am „Katzenkaffee“ Kopi Luwak nicht vorbei.

In Indonesien fressen Schleichkatzen die reifen, roten Kaffeekirschen und scheiden die Bohnen unverdaut wieder aus. Im Darm gärt der Kaffee und erhält so sein besoderes Aroma.

Danach wird der Katzenkot eingesammelt, gesäubert und wie normaler Kaffee weiterverarbeitet – und das macht den Kaffee nicht nur zu einer kuriosen Delikatesse, sondern auch zu einem kostspieligen Vergnügen: In Europa angekommen, kostet das Kilo Kopi Luwak gut und gerne 220€!

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Japan: Nattō – Vergorene Sojabohne

Vergorene Sojabohnen sind eine beliebte Spezialität in Japan
Vergorene Sojabohnen sind eine beliebte Spezialität in Japan © JD

In unserer Liste der kuriosen Delikatessen weltweit darf Nattō nicht fehlen: Nach einem seit 1000 Jahren unverändertem Rezept werden schwarze Sojabohnen mit einer Bakterienkultur gekocht und im heißen Dampf fermentiert.

Es entsteht eine schleimig-braune Masse, die von der Konsistenz geschmolzenem Käse ähnelt und lange Fäden zieht. Das stinkende Gericht ist für viele Europäer zumindest gewöhnungsbedürftig, doch in Japan gilt Nattō als besonders bekömmlich und gesund und wird zum Frühstück gereicht.

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Spezialitäten in Ozeanien und Australien

Auch in Ozeanien und Australien gibt es kuriose Spezialitäten, von denen wir dir hier zwei präsentieren.

Australien: Witchetty-Made

Wird immer gerne in der RTL-Show "Das Dschungelcamp" gereicht: Die Witchetty-Made
Wird immer gerne in der RTL-Show „Das Dschungelcamp“ gereicht: Die Witchetty-Made © JD

Während die Küche Australiens von Einflüssen aus Asien und Europa geprägt sind, kommen hin und wieder auch exotischere Fleischsorten wie Känguru, Emu-Büffel und sogar Krokodilfleisch auf den Teller.

Eine ganz besondere australische Spezialität, die unsere Promis schon im Dschungel probieren durften, ist die Witchetty-Made.

Sie werden entweder roh oder gegrillt gegessen, sind sehr eiweißhaltig und seit jeher ein wichtiger Bestandteil der Nahrung der australischen Aborgigines.

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Samoa: Seegurke

Sie riecht nicht gut, sie sieht nicht gut aus und auch ihr Geschmack ist nichts besonderes. Der Trüffel der Meere – die Seegurke – ist bei uns kaum bekannt, auf Samoa aber eine teure Delikatesse, die meist als Suppe zubereitet wird.

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Auch in Deutschland hast du die Möglichkeit, kuriose Spezialitäten aus aller Welt zu kosten. Hier geht es zu unserer Liste der coolsten Erlebnis-Restaurants!

Ursprünglich veröffentlicht

02/01/2017