Travellers We Love #003: The Nomadic People

Nash und Kim, besser bekannt als The Nomadic People, erzählen, wie es ist, als Paar unterwegs zu sein, sich treiben zu lassen und sich voll und ganz dem Reisen zu verschreiben

Kim, Nash und ihr Camper Rusty machen sich warm für den Million Dollar Highway, Colorado

Kim, Nash und ihr Camper Rusty machen sich warm für den Million Dollar Highway, Colorado

Kategorie Uncategorised

Datum 11/01/2017

Nash und Kim, ihres Zeichens Träumer und Traumpaar, lassen sich von ihrer Reiselust um die ganze Welt führen. Sie folgen ihrem ganz eigenen Reiseatlas, von Kambodscha über die Türkei und Japan bis nach Marokko. Rücksicht nehmen, inspirieren und teilen – so lautet ihr Mantra.

Neben dem Reisen schlägt ihr Herz für ihre Design- und Modeprojekte, und wir hatten Glück, sie vor ihrem nächsten Aufbruch in ferne Länder für ein Interview gewinnen zu können. Wir stellen vor: The Nomadic People, Gewinner unseres #letsopenourworld Instagram-Wettbewerbs.

Wie habt ihr beiden euch mit dem Reisefieber angesteckt?

Unvergessliche Momente: Schwebende Ballons über Kappadokien, Türkei
Unvergessliche Momente: Schwebende Ballons über Kappadokien, Türkei

Nash: Unsere Reiselust ist sozusagen eine direkte Auswirkung unserer Fernbeziehung. Kim kam als Au Pair aus Deutschland in die Vereinigten Staaten, und als wir uns trafen, hat es einfach Klick gemacht. Vier Jahre lang hatten wir eine Fernbeziehung, die uns jede Menge Gelegenheiten gab, uns überall auf dem Planeten zu treffen.

Und wenn du erst mal Gefallen an der Welt außerhalb deiner Komfortzone gefunden hast, willst du das Unbekannte wieder und wieder erkunden.

Wie wählt ihr euer nächstes Reiseziel aus?

Kim: Meine wichtigste Inspiration sind die anderen Reisenden, die ich unterwegs kennenlerne. Jedes Mal, wenn ich denke, viel gesehen zu haben, treffe ich jemanden, der mir die fantastischsten Reisegeschichten erzählt und seine Geheimtipps für Ziele mit mir teilt. Ich füge all die Orte, die mich faszinieren, zu meiner Reiseliste hinzu – und so ergeben sich unsere nächsten Reiseziele meistens von selbst.

Welche Tipps habt ihr für andere Paare, die gemeinsam weite Reisen unternehmen?

Teppiche ohne Ende auf einem türkischen Markt
Teppiche ohne Ende auf einem türkischen Markt

Nash: Bleibt positiv. Eine positive Einstellung ist unterwegs Gold wert. Egal was passiert – ob ein Flug Verspätung hat, das Auto den Geist aufgibt oder die Kamera geklaut wird: Konzentriert euch auf die positiven Erfahrungen und versucht, über Dinge, die ihr ohnehin nicht ändern könnt, eher zu lachen als zu weinen. Es ist wichtig, niemals dem anderen die Schuld an Zwischenfällen zu geben. Ihr seid gemeinsam unterwegs, also zieht euch gegenseitig hoch, nicht runter.

Wie ergänzen sich eure Persönlichkeiten beim Reisen?

Ein Gefühl der Freiheit an den indonesischen Tempeln auf Bali
Ein Gefühl der Freiheit an den indonesischen Tempeln auf Bali

Nash: Kim ist eine Macherin und eine Planerin. Ohne sie würden wir nicht halb so viel reisen wie wir es jetzt tun. Ihre effizienten Recherchen und der enorme Wille, nichts als unmöglich anzusehen, machen sie zum besten Reisepartner, den ich mir wünschen kann.

Ich bin der Navigator. Wenn wir also erst einmal in einem fremden Land angelangt sind, übernehme ich die Führung und bringe uns an all die fantastischen Orte, sodass Kim einfach herumlaufen und die Schönheit genießen kann, ohne sich Gedanken machen zu müssen.

Wie finanziert ihr ein Leben, das sich ganz ums Reisen dreht, und wie können andere das ebenfalls schaffen?

Kim: Ständig schreiben uns Menschen, die wissen wollen, wie wir uns die ganzen Reisen leisten können. Wir sind häufig pleite, weil wir alles Geld, das wir verdienen, direkt in die nächsten Flugtickets stecken. Wir leben in einem Bus und haben keine festen Kosten.

Manchmal essen wir nur einmal am Tag, weil wir uns mehr nicht leisten können. Und wenn uns das Geld ausgeht, fahren wir nach Hause und übernehmen skurrile Jobs. Leider haben wir nicht den Schlüssel dazu, 365 Tage im Jahr zu reisen und gleichzeitig Geld zu verdienen.

Aber wir haben einen Tipp: Im Leben geht es um Prioritäten, und wenn du deine Prioritäten richtig setzt, bist du schneller unterwegs als du denkst.

Was habt ihr auf euren vielen Reisen über die Welt und euch selbst gelernt?

Unterwegs in Oregon nahe den Toketee Falls
Unterwegs in Oregon nahe den Toketee Falls

Kim: Das Leben unterwegs hat uns zahlreiche neue Perspektiven eröffnet. Die wichtigste Lektion hat uns das Reisen in unserem alten VW-Bus Rusty gelehrt. Es war ziemlich überraschend, wie wenig wir zum Leben brauchten und wie verschwenderisch wir vorher waren. Wenn du bei Beginn deiner Reise nur 20 Liter Wasser an Bord hast, gehst du mit jedem einzelnen Tropfen sehr sorgfältig um.

Über ein Jahr lang erkundeten wir auf der Suche nach schönen Orten die Westküste der USA, nahmen Anhalter mit, lernten beim Reparieren unseres Campers wahnsinnig nette Menschen kennen und genossen unsere Liebe. Wir haben keine Lust dazu, 40 Stunden pro Woche zu arbeiten, kaum Urlaub zu haben und unser Leben einfach so vorbeiziehen zu sehen. Wir sind lieber pleite und unterwegs als reich und an eine schöne Stadt gebunden.

Was ist eure denkwürdigste Reiseerinnerung?

Nash: Unsere Reise nach Myanmar (Burma). Was dieses Abenteuer so unvergesslich gemacht hat, war nicht nur die umwerfende Schönheit der unzähligen Tempel in Bagan, sondern das, was danach kam.

Vier Tage nach unserem Abstecher nach Bagan landeten wir in Singapur – nur für einen kurzen Zwischenstopp. Dort wurde Kim richtig krank. Bei ihr wurde Dengue-Fieber festgestellt: Sie fühlte sich enorm schwach und hatte wahnsinnige Schmerzen in den Beinen.

Falls ihr dieses Virus nicht kennt: Es gibt kein Gegenmittel, keine Medikamente und schlicht keine Heilmethode. Wir mussten ein paar Mal in die Notaufnahme, weil Kim solche Schmerzen und Angst um ihr Leben hatte. Das war wahrscheinlich die fürchterlichste Erfahrung, die wir je gemacht haben.

Aber das Schlechte hat auch sein Gutes. Dieses Erlebnis machte uns bewusst, wie kostbar unser Leben ist und dass wir unsere Träume verfolgen, unsere Leidenschaften ausleben und nur das tun sollten, was uns wirklich glücklich macht.

Diese Erkenntnis war der eigentliche Beginn unseres Nomadenlebens, und von da an machten wir es außerdem zu unserer Mission, Menschen begreiflich zu machen, dass das Leben jederzeit vorbei sein kann – ganz egal, wie unverwundbar man sich fühlt. Also: Lebt bewusst und bedauert nichts.

Zeigt uns euer Lieblings-Reisefoto und erzählt uns ein bisschen darüber.

Der Sonnenaufgang bringt die tausenden von Pagoden in Bagan, Myanmar (Burma) zum Vorschein
Der Sonnenaufgang bringt die tausenden von Pagoden in Bagan, Myanmar (Burma) zum Vorschein

Nash: Das hier ist Bagan, Myanmar (Burma). Man kann das Gefühl, auf der Spitze eines vor tausend Jahren erbauten Steintempels zu sitzen und auf einen unvergesslichen Sonnenaufgang zu warten, nicht mit Worten beschreiben. Wir quälten uns an diesem Morgen um 4 Uhr aus dem Bett und radelten wie Wahnsinnige im Halbschlaf durch die pechschwarzen Straßen zu einer der größten Pagoden von Bagan.

Als die Sonnenstrahlen unsere Zehen und Nasen küssten, stiegen die ersten Heißluftballons zwischen den Tempeln auf. Am Anfang waren es nur kleine Punkte in der Ferne, die still durch das Morgengrauen schwebten. Und während sie näher und näher kamen, stieg die Sonne höher und höher und enthüllte ihre wunderschönen Formen.

Man hörte Kameras klicken und zahlreiche „Oooohs“ und „Aaaahs“ aus der Menge von Schaulustigen, die sich mittlerweile eingefunden hatte, und die Luft war von Magie erfüllt.

Was ist euer Traumziel, und warum?

Kim: Seit ich denken kann, haben wir beiden von Indien und Südamerika geträumt, und inzwischen haben wir es fast an alle anderen Orte auf der Welt geschafft. Wir lieben kulturelle Vielfalt, Farben und gutes Essen.

Und in Indien scheint es das alles zu geben, denn für uns geht eigentlich nichts über ein gutes Butter Chicken. Unser größter Traum ist es, eines Tages das Holi-Fest in Indien erleben zu können.

Südamerika steht genauso weit oben auf der Liste wie Indien. Ich weiß gar nicht, wo man dort anfangen sollte – ich denke, wir wollen einfach alles sehen. Bolivien, Peru und Chile sind vermutlich unsere Top 3.

Könnt ihr euch an die tiefste persönliche Beziehung erinnern, die ihr je auf Reisen zu einem Einheimischen aufgebaut habt?

Jede neue Begegnung gibt den Reisen von Kim und Nash neuen Sinn, wie hier in Kamerun
Jede neue Begegnung gibt den Reisen von Kim und Nash neuen Sinn, wie hier in Kamerun

Kim: Da muss ich nicht lang nachdenken. Ich war 6 Monate lang im Rahmen eines Freiwilligenprogramms als Grundschullehrerin für Englisch in Afrika. Ich hatte Nash vor Kurzem erst kennengelernt, und die Entfernung und der Kulturschock waren nicht leicht für mich.

Eine der Lehrerinnen, mit der ich jeden Tag zur Schule ging, lud mich in ihre Wohnanlage ein, und daraus wurde eine der inspirierendsten Begegnungen meines Lebens. Sie war schon verheiratet und locker 7 Jahre älter als ich, aber wir haben uns auf Anhieb verstanden. Ihr Mann war schon relativ alt, sodass sie meistens allein arbeitete, um sie beide zu versorgen.

Da ich ja gekommen war, um zu helfen und Teil der Gemeinschaft zu werden, ging ich mit ihr in die Felder, pflanzte, erntete, kochte über dem offenen Feuer und lernte, wie man Kleidung im Fluss wäscht. Ihrer Gesellschaft verdanke ich meine wunderschönen Erinnerungen an Afrika. Was sie mir über positive Denkweisen beigebracht hat, lässt sich mit Worten nicht beschreiben.

Eine Frage für unsere nächsten Travellers We Love –

Kim und Nash: Wie macht ihr eure Reisen bedeutungsvoll?

Nash und Kim sind ein Paar und als Grafikdesigner, Reiseautoren und Fotografen tätig. Vor allem sind sie jedoch The Nomadic People. Du suchst nach mehr Inspiration? Wirf einen Blick auf unsere Tipps für Reisen als Paar und unsere Auswahl von romantischen Reisezielen für Paare

Ursprünglich veröffentlicht

11/01/2017