15 Dinge über Rio de Janeiro, die du bestimmt noch nicht wusstest

Du kennst Rio: Gastgeber der Olympischen Sommerspiele 2016, Samba- und Karnevalshauptstadt der Welt, Königreich der schönen Menschen und schönen Strände. Aber was solltest du wirklich über die zweitbevölkerungsreichste Stadt Brasiliens wissen (den ersten Platz belegt das Finanzzentrum São Paulo)? Hier findest du 15 faszinierende Fakten über Rio de Janeiro.

1. Rio de Janeiro bedeutet „Fluss des Januars“, aber der Fluss ist in Wirklichkeit eine Bucht

Rio de Janeiro, der „Fluss des Januars“, ist ein äußerst poetischer Name für eine Stadt, durch die sage und schreibe 200 Flüsse verlaufen. Aber welcher Fluss ist gemeint? Die Antwort lautet: Keiner von ihnen.

Im Januar 1502 landete der portugiesische Entdecker Gaspar de Lemos in Rio. Der Legende nach kam er auf den Namen, als er durch die Guanabara-Bucht segelte und sie fälschlicherweise für die Mündung eines großen Flusses hielt.

Heute zweifeln einige Historiker diese Theorie an: Sie argumentieren, dass die Portugiesen viel zu erfahrene Seeleute gewesen seien, um einen solchen Fehler zu machen, und dass das Wort für Fluss im 16. Jahrhundert auch für Buchten verwendet wurde. Wie dem auch sei: Der Name „Rio de Janeiro“ blieb.

2. Die meisten Sambaschulen von Rio liegen in Favelas

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Mach dich bereit für den Karneval in der Favela Rocinha

In Rio gibt es über 1.000 Slums – Favelas genannt –, in denen fast ein Viertel der Cariocas (Einheimischen) lebt. Die bescheidenen Einwohner Rios leben seit Ende des 19. Jahrhunderts in Favelas, da sie die günstigsten Wohnmöglichkeiten bieten. Hier war es auch, dass ehemalige afrikanische Sklaven und ihre Nachkommen den Musikstil schufen, den wir als Samba kennen.

Heute befinden sich die meisten bedeutenden Sambaschulen der Stadt, die jeden Karneval an der weltberühmten Parade teilnehmen, in den Favelas oder in ihrer Nähe. Dazu zählen Mangueira, Salgueiro und Unidos da Tijuca.

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3. Die Christus-Erlöser-Statue wurde zu einem der neuen 7 Weltwunder gewählt

Rio ist alles andere als arm an malerischen, postkartenreifen Naturwundern, aber sein berühmtestes Motiv wurde von Menschenhand geschaffen und konnte sich 2007 einen Platz unter den neuen 7 Weltwundern sichern, neben Meisterwerken wie dem Kolosseum von Rom und dem Taj Mahal. Die Statue von Christus, dem Erlöser wird diesem Titel mehr als gerecht, denn sie ist tatsächlich ein Wunderwerk: Die 28 Meter breiten Arme mussten über die Steilhänge des Berges Corcovado hinaus gebaut werden – ohne Platz für Baugerüste.

Die mit 30 Metern Höhe (der acht Meter hohe Sockel nicht eingerechnet) größte Art-déco-Statue der Welt wurde 1931 eingeweiht – das Ereignis war ursprünglich für den 100. Jahrestag der Unabhängigkeit Brasiliens geplant, verzögerte sich jedoch aufgrund von Finanzierungsproblemen. Geldgeber für die Statue waren Brasilianer, entworfen wurde sie von einem Franzosen, und für den Bau wurde schwedischer Stein verwendet. Das Ergebnis ist wahrhaft göttlich: Trotz der Handvoll Blitze, die jedes Jahr in die Statue einschlagen, erhebt sie sich in voller Pracht schützend über den Einwohnern der „wunderbaren Stadt“.

4. Rio de Janeiro hat den blauesten Himmel der Welt

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Der blaueste Himmel als Hintergrund für die gigantische Christusstatue

Klarer Himmel, warmer Sand, ein kühler Drink… stellt sich nicht jeder so den perfekten Urlaub vor? Nun, in Rio bekommst du nicht nur all das, sondern obendrein noch den blauesten Himmel auf der ganzen Welt. Was sich wie eine äußerst gewagte Behauptung anhört, basiert tatsächlich auf der Studie einer Wissenschaftlerin, die auf der Suche nach dem blauesten Himmel der Welt um den ganzen Globus reiste.

Die 27-jährige Anya Hohnbaum hatte bei einem Gewinnspiel eine 72-tägige Reise gewonnen, die sie an 20 verschiedene Orte führte – darunter Neuseeland und Südafrika. Um exakte Ergebnisse zu erhalten, verwendete sie ein spezielles tragbares Spektrometer, das Forscher im British National Physical Laboratory entwickelt hatten. Wie du siehst: Der blaueste Himmel der Welt ist wissenschaftlich belegt!

5. Rios jährliche Party ist der größte Karneval der Welt

Laut Guinness-Buch der Rekorde zog die berühmteste Party der Stadt im Jahr 2014 eine Rekordmenge von 400.000 ausländischen Besuchern an und wurde damit zur größten Karnevalsparty der Welt. Neben den Feierfreudigen von Außerhalb erobern jedes Jahr etwa 5 Millionen Menschen die Straßen von Rio, um an hunderten von Straßenfesten teilzunehmen, die von den örtlichen Sambaschulen organisiert werden. Ganz zu schweigen von den Tausenden, die teure Eintrittskarten kaufen, um bei den berühmten Paraden dabei zu sein, auf denen die besten Sambaschulen Rios gegeneinander antreten. Diese Party solltest du dir nicht entgehen lassen!

6. Es gibt über hundert Inseln in der Bucht von Guanabara

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Die enorme Guanabara-Bucht umfasst über 100 Inseln

Was haben Postkarten vom Zuckerhut, der Christus-Erlöser-Statue und dem Strand von Copacabana gemeinsam? Bei allen ist die Guanabara-Bucht im Hintergrund zu sehen. Kein Wunder: Sie ist riesig und grenzt an ganze 15 Städte. Mit ihrer Oberfläche von 412 Quadratkilometern, ihren 53 Stränden und über hundert Inseln ist sie die zweitgrößte Bucht des Landes.

Zumindest eine von ihnen, die größte, wirst du mit Sicherheit besuchen. Auf der Ilha do Governador, der Gouverneurs-Insel, befindet sich der internationale Flughafen von Rio.

7. Rio beherbergt die achtgrößte Bibliothek der Welt

Im November 1807 traf die portugiesische Königsfamilie eine schwere Entscheidung: Um Napoleon und seinen Truppen zu entkommen, floh sie nach Rio de Janeiro. Die Abreise war perfekt geplant: Über 15.000 Personen, darunter Familienmitglieder und die Dienerschaft, stachen auf 14 Schiffen in Richtung Brasilien in See. Mit ihnen reiste einer der wertvollsten Schätze Portugals: die königliche Bibliothek mit 60.000 Bänden.

Tatsächlich bestand eine der ersten Amtshandlungen des portugiesischen Prinzregenten Dom João VI in Brasilien darin, die Nationalbibliothek zu gründen. Heute ist sie mit über 15 Millionen Medien die achtgrößte Bibliothek der Welt.

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8. Die Einwohner Rios steigen rekordverdächtig schnell in Busse ein (und wieder aus)

Busse sind die erschwinglichste Art der Fortbewegung in Rio, und sie bringen Besucher an fast jeden Ort der Stadt. Busfahren in Rio ist allerdings nicht so unkompliziert, wie man es sich wünschen würde. Die Busfahrer entsprechen nicht unbedingt dem Idealbild des vorsichtigen, vertrauenswürdigen Verkehrsteilnehmers – wenn Passagiere nicht schnell genug einsteigen, fahren die Busse häufig ohne sie los.

Der Forscher Ronaldo Balassiano, seines Zeichens geübter Busfahrgast mit jahrelanger Erfahrung, wurde von seiner Neugier dazu bewogen, diesem gesellschaftlichen Phänomen auf den Grund zu gehen. Er fand heraus, dass die Angst, zurückgelassen zu werden, Cariocas dazu anspornt, möglichst schnell in Busse ein- und aus ihnen auszusteigen. Die Einwohner Rios brauchen im Durchschnitt 1,85 Sekunden, um in einen Bus einzusteigen – geübte Londoner Pendler benötigen dagegen ganze 2,4 Sekunden. Wir haben dich gewarnt!

9. Rio beherbergt den weltgrößten Stadtwald

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Erkunde den Floresta da Tijuca, der nur einen Katzensprung vom Stadtzentrum entfernt liegt

Rio ist eine echte Metropole mit über 6 Millionen Einwohnern, hat aber streckenweise einen beinahe ländlichen Charme – besonders, wenn du dich plötzlich mitten im Wald unter einem rauschenden Wasserfall wiederfindest. Der Grund: Rio beherbergt den größten Stadtwald der Welt, Floresta da Tijuca.

Dieses 33 Quadratkilometer große Naturschutzgebiet ist das Ergebnis einer umfassenden Aufforstung, die Ende des 19. Jahrhunderts auf Befehl des brasilianischen Kaisers Dom Pedro II durchgeführt wurde. Ziel war es, das zuvor durch Kaffeeplantagen verödete Land wiederzubeleben, um ein Fortschreiten der Erosion der Hügel im Umland der Stadt zu verhindern. Viele der beliebtesten Touristenattraktionen Rios befinden sich teilweise im Tijuca-Wald, darunter die botanischen Gärten, der Parque Lage und der Berg Corcovado.

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10. Carioca bedeutet „Haus des weißen Mannes“

„Cariocas“ werden die Einwohner Rios genannt. Das Wort stammt aus der Tupí-Guaraní-Sprache der indigenen Bevölkerung, die diesen prächtigen Landstrich bereits lange Zeit vor Ankunft der ersten Europäer bewohnte. „Carioca“ oder „Kari’Oka“ – Haus des weißen Mannes – war der Name, den sie den portugiesischen Siedlern gaben, die ihr Land bebauten.

11. Rio de Janeiro wäre um ein Haar nicht Gastgeber der Olympischen Sommerspiele 2016 geworden

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Das Museum of Tomorrow am renovierten Stadthafen

Als Rio de Janeiro 2009 zur Gastgeberstadt der Olympischen Sommerspiele 2016 erkoren wurde, feierten Tausende die frohe Nachricht mit einer Party am berühmten Strand von Copacabana. Es war das dritte Mal, dass die Stadt sich um den begehrten Status bewarb, und jeder war der Ansicht, dass Rio nun an der Reihe sei. Um ein Haar wäre es jedoch anders gekommen.

Rio schaffte es nur ganz knapp in die engere Wahl von vier Städten, die das Olympische Komitee vor der endgültigen Entscheidung aufstellte. Sie hatte eine niedrigere Wertung als die katarische Hauptstadt Doha, die am Ende wegen einer Formalie ausschied (aufgrund der hohen Temperaturen im europäischen Sommer hatte Doha vorgeschlagen, die Spiele im Oktober auszutragen, was aber nicht angenommen wurde). Der bescheidenen Wertung des Komitees von 6,4 Punkten zum Trotz konnte sich Rio im Wettbewerb tapfer schlagen und am Ende, wider alle Erwartungen, als Sieger hervorgehen.

12. Rio war einst die einzige europäische Hauptstadt außerhalb Europas

Davon, dass verzweifelte Zeiten verzweifelte Maßnahmen erfordern, konnte Dom João VI ein Lied singen. 1804 kamen die Truppen Napoleons der Eroberung Portugal Tag für Tag näher, mit dem Ziel, das kleine Küstenland unter die Herrschaft Frankreichs zu bringen. Dom João VI war damit ganz und gar nicht einverstanden, packte seine Koffer und verlegte das gesamte Königreich kurzentschlossen nach Rio, bis die königliche Familie im Jahr 1821 sicher nach Europa zurückkehren konnte.

Das kurze Stelldichein als königliches Hauptquartier hatte Rio jedoch offensichtlich nicht besonders gefallen: 1822 wurde die Unabhängigkeit Brasiliens ausgerufen.

13. Jedes Jahr an Karneval wird die Stadt vom mythischen König Momo regiert

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Lang lebe König Momo, der Herrscher des Karnevals

Man sagt, die Cariocas lebten nur für einen einzigen Moment: den Freitag im Sommer, wenn der Bürgermeister von Rio den Stadtschlüssel an König Momo übergibt und damit den Karneval einleitet, den man hier als „maior festa do mundo“ bezeichnet, das größte Fest der Welt.

König Momo ist eine mythische Figur, ein Narr, dessen historische Ursprünge bis ins antike Griechenland zurückreichen. Er symbolisiert die Party-Herrschaft sowie den Sieg der Freiheit über die Vernunft und wird normalerweise von einem molligen, fröhlichen Zeitgenossen verkörpert, der mit größtem Vergnügen eine alberne Krone und einen Umhang anlegt.

Die offizielle Tradition gibt es in Rio bereits seit dem Jahr 1933, und man nimmt sie hier ziemlich ernst – jedes Jahr sind hunderte von Journalisten vor Ort, um über den symbolischen Moment zu berichten. Der Schlüssel verbleibt bis zum Aschermittwoch, wenn der Alltag wieder Einzug in Rio hält, im Besitz von König Momo.

14. Das weltgrößte Fußballspiel wurde hier ausgetragen

Die Brasilianer mögen ihn nicht in guter Erinnerung haben, aber der 16. Juli 1950 war ein historischer Tag. Im Finale der Fußball-Weltmeisterschaft 1950 trat Brasilien gegen Uruguay an. Schauplatz war das eigens zu diesem Zweck erbaute und damals weltgrößte Stadion Maracanã.

Insgesamt 173.850 zahlende Gäste – und etwa 20.000 nicht-zahlende – waren zugegen, um das Spiel zu erleben, von dem jeder glaubte, dass es Brasilien seinen ersten Weltmeistertitel einbringen würde. Uruguay jedoch schnappte den Brasilianern den Sieg weg, und die Stille der Abertausenden Zuschauer war so laut, dass man ihr einen Namen gab: Maracanazo.

15. Oscar Niemeyer wurde hier geboren

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Bei all dem Glitzer und der Musik könnte man das von Oscar Niemeyer entworfene Sambódromo im Hintergrund fast übersehen

Brasília ist fraglos eine der größten Errungenschaften von Oscar Niemeyer, aber der Mann hinter der modernen Architektur der Landeshauptstadt wurde in Rio geboren und wuchs auch dort auf. Möglicherweise inspirierten ihn seine Jahre in der „wunderbaren Stadt“ zu seinem poetischen Stil, der seinen Stahlbetongebäuden durch ungewöhnlich weiche und kurvenreiche Konturen eine unverwechselbare Note verlieh.

Ein großer Teil seiner Arbeit – darunter das Raumschiff-artige Museum MAC – befindet sich in Niterói, der Nachbarstadt Rios auf der anderen Seite der Guanabara-Bucht. Das Museum ist Teil des Caminho Niemeyer, des Niemeyer-Pfades, der Besucher an 7 Gebäuden des Architekten vorbeiführt. Aber auch Rio selbst nennt einige Niemeyer-Juwelen sein Eigen, darunter den Palácio Gustavo Capanema und das Sambódromo da Marquês de Sapucaí.

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