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10 nachhaltige Reiseziele, die du gesehen haben musst

Bewusstes und nachhaltiges Reisen ist derzeit überall ein Thema und manchmal kann es schon etwas schwierig sein, den Begriff Nachhaltigkeit genau zu definieren.

Nachhaltigkeit umfasst alle Aktivitäten, die laut der Vereinten Nationen „die Bedürfnisse der Gegenwart erfüllen, ohne zukünftige Generationen der Möglichkeit zu rauben, ihre eigenen Bedürfnisse zu stillen.“ Um die weltweiten Herausforderungen in den Bereichen Armut, Ungleichheit, Klimawandel, Umweltschädigung, Frieden und Gerechtigkeit anzugehen, haben die Vereinten Nationen ein Rahmenwerk mit 17 Zielen erstellt. Viele dieser Ziele können auch auf die Reisebranche und den Tourismus angewendet werden.

Auf der ganzen Welt setzen sich Länder auf unterschiedliche Weise für diese Ziele ein. Wir haben eine Liste mit zehn Ländern zusammengestellt, die alle etwas ganz Besonderes machen, um sich mit Problemen wie Massentourismus, Plastikverbrauch, Luftqualität, Schutz des Landes, Artenvielfalt, CO2-Ausstoß, Lebensmittelverschwendung und nachhaltigem Anbau zu befassen.

Singapur – ein Land der Gärten in luftiger Höhe

Schön, beeindruckend und nachhaltig: die Sky Gardens in Singapur

Schön, beeindruckend und nachhaltig: die Sky Gardens in Singapur

Bereits seit geraumer Zeit bereitet die Luftqualität Singapur Sorgen. Wenn man dann auch noch bedenkt, dass die Stadt das am drittdichtesten besiedelte Land der Welt ist, versteht sich, dass Grünflächen hier gerne gesehen werden und zugleich knapp sind.

Daher hat Singapur bei jedem Neubau die Auflage eingeführt, dass Pflanzen und Grünflächen Bestandteil sein müssen. So entstanden auch die Gardens by the Bay , ebenfalls als Sky Gardens bekannt. Diese riesigen Strukturen sollen gewaltigen Bäumen ähneln (sie sind zwischen 25 und 50 m hoch) und sammeln Solarenergie für eine nächtliche Lichtshow. Entlang der Stämme befinden sich vertikale Gärten mit über 150.000 lebenden Pflanzen.

Es ist das Ziel Singapurs, eine „lebenswerte Dichte“ zu kreieren – kleine Parks, Flüsse und Teiche inmitten von Wolkenkratzern, die ein Gefühl der Weite geben. Zudem werden Parks mit Brücken und Wegen verbunden, damit die Einheimischen leicht Rad fahren und wandern können. Mithilfe von erschwinglichem Nahverkehr soll der Verkehr in der Stadt reguliert werden.

Hier kannst du mehr erfahren: die besten Reiseziele in Asien.

Ruanda – auf dem Vormarsch gegen Plastiktüten

Der Berggorilla, einer der berühmtesten Einwohner Ruandas

Der Berggorilla, einer der berühmtesten Einwohner Ruandas

Ruanda – auch als das Land der Tausend Hügel bekannt – ist aufgrund seiner gewaltigen Wälder und der letzten noch lebenden Berggorillas bekannt. Das Land hat sich sehr hohe Ziele bei der Entwicklung von einem durch Agrarwirtschaft geprägten Staat zu einer wissensbasierten Nation gesteckt. Im Kern dieser Entwicklung ist ein fortschrittlicher Ansatz bezüglich umweltpolitischer Herausforderungen.

Seit 2008 sind in Ruanda bereits biologisch nicht abbaubare Plastiktüten und Verpackungsmaterialien verboten. Ruander verwenden vorwiegend Tüten aus Papier, Stoff, Bananenblättern und Papyrus. Daher ist Ruanda eins der saubersten Länder Afrikas. Per Gesetz ist der Import von Plastiktüten ebenfalls verboten. Touristen müssen sich Durchsuchungen unterziehen und gefundene Plastiktüten werden gegebenenfalls konfisziert. Besucher des Landes werden zudem gebeten, Müll bewusst zu entsorgen.

Mehr erfahren: So reduzierst du Plastik beim Reisen.

Norwegen – das Land der Zukunft

Überall kann man in Oslo Norwegens Bemühungen um Nachhaltigkeit sehen

Überall kann man in Oslo Norwegens Bemühungen um Nachhaltigkeit sehen

Norwegen hat im Bereich Nachhaltigkeit die Nase immer ganz weit vorne. Ob es an der sauberen Energie aus den Wasserkraftwerken, an der beträchtlichen Anzahl von Elektroautos oder der Entwicklung elektrischer Flugzeuge für alle Inlandsflüge liegt – das skandinavische Land ist ein Vorreiter im Umweltschutz.

2018 wurden Pläne verkündet, eine neue nachhaltige Stadt neben dem wichtigsten Flughafen Norwegens zu bauen. Das Ziel der neuen Stadt, Oslo Airport City (OAC), ist es, dass sie komplett mit selbst erzeugten, erneuerbaren Energien versorgt wird. Sollte es zu überschüssiger Energie kommen, werden damit Flugzeuge enteist.

Die Stadt soll zusätzlich extrem fußgängerfreundlich sein und das gesamte Stadtzentrum ist autofrei. Im Zentrum fahren Elektroautos ohne Fahrer, wobei die Straßen und Gebäude automatisch beleuchtet werden. Smartes Müll- und Sicherheits-Management kommen zum Einsatz. OAC befindet sich um einen Park herum und es gibt viele Freizeitbereiche, die Norwegens Liebe für die freie Natur widerspiegeln.

Costa Rica – geschützte Landschaften

Das Dreifinger-Faultier ist eines der beliebtesten Tiere Costa Ricas

Das Dreifinger-Faultier ist eines der beliebtesten Tiere Costa Ricas

Costa Rica hat in den 1960er-Jahren viel bewaldete Fläche für den Anbau von Bananen, Kaffee und Zuckerrohr freigegeben, um den Bedürfnissen der wachsenden Bevölkerung nachzukommen. Ein Jahrzehnt später wurde sich Costa Rica der Auswirkungen dieser Aktivitäten bewusst und hat Maßnahmen ergriffen, um das Land zu schützen. So wurden Nationalparks gegründet, ökologischer Tourismus wird gefördert und biologischer Anbau wird ermutigt.

Heutzutage sind ca. 28 Prozent des Fläche Costa Ricas durch Nationalparks, Reservate und Naturschutzgebiete geschützt: Es gibt über 100 Schutzräume, die von Regenwäldern, Sümpfen und Korallenriffen bis hin zu Vulkanen, Wasserfällen und Inseln reichen. Zusätzlich sind in dem zentralamerikanischen Land über 5 Prozent der weltweiten Artenvielfalt angesiedelt, obwohl das Land nur 0,03 Prozent der Oberfläche des Planeten ausmacht.

Slowenien – klein, aber gewaltig grün

Autofrei und abwechslungsreich: das Stadtzentrum Ljubljanas

Autofrei und abwechslungsreich: das Stadtzentrum Ljubljanas

2017 wurde von den Vereinten Nationen zum Internationalen Jahr für nachhaltige Entwicklung im Tourismus ernannt. Länder auf der ganzen Welt nahmen an diesem Projekt teil. Zur offiziellen Anerkennung mussten Länder jedoch einige Nachhaltigkeitsindikatoren nachweisen. Aus insgesamt 100 Indikatoren erfüllte Slowenien 96. Zum Erfolg des Landes hat beigetragen, dass ca. 60 Prozent von üppigem Wald bedeckt sind und es in den 40 Parks und Reservaten über 20.000 verschiedene Tier- und Pflanzenarten gibt.

Ljubljana, die Hauptstadt Sloweniens ist eine der nachhaltigsten Städte der Welt. Mit Initiativen für ein autofreies Stadtzentrum, einer Strategie für gar keinen Abfall und grundlegenden Bemühungen, Parks und verlassene Gebäude wiederzubeleben, hat sich die kleine Stadt im Bereich Umweltschutz ganz nach oben katapultiert.

Schweiz – führend im Umweltschutz

In der Schweiz gibt es die mitunter saubersten Seen und Flüsse

In der Schweiz gibt es die mitunter saubersten Seen und Flüsse

Alle zwei Jahre wird der EPI, der Environmental Performance Index (Index für Umweltschutz), veröffentlicht und gibt an, wie umweltfreundlich die Politik von Staaten ist. Laut der jüngsten Liste (2018), erzielte die Schweiz den höchsten Wert und landete auf dem ersten Platz.

Der EPI bewertet Länder nach 24 Merkmalen in zehn Kategorien – von Umweltgesundheit bis Vitalität des Ökosystems. Diese Werte ermöglichen einen Vergleich auf nationaler Ebene und zeigen an, inwiefern Länder ihre Umweltziele erreichen.

Einige Schlüsselaspekte der Schweizer Umweltpolitik ermutigen Menschen dazu, verantwortlich mit Ressourcen umzugehen, erneuerbare Energien zu nutzen, den Ausstoß von Treibhausgasen zu mindern, Kohlendioxidsteuern zu erhöhen, den Erhalt der Wasserqualität zu verbessern, natürliche Räume und Artenvielfalt zu schützen, die Luftqualität zu verbessern und dauerhafte Bodenschäden zu beschränken.

Bhutan – der Kampf gegen Massentourismus

Der buddhistische Tempel Paro Taktsang im Himalaya

Der buddhistische Tempel Paro Taktsang im Himalaya

Bereits in den 70er Jahren verstand man im kleinen Land Bhutan, dass sich unkontrollierte Massen an Touristen negativ auf die unberührte Umwelt und einzigartige Kultur auswirken könnten. Daher beschloss die Regierung eine Politik für mehr Wert und weniger Menge. In der Praxis bedeutet das, dass während der Hochsaison eine Tagesgebühr von 250 USD und in der Nebensaison von 200 USD anfällt. In dieser Gebühr sind Mahlzeiten, die Unterkunft, Transport im Land und ein täglicher Reiseführer beinhaltet.

Zudem muss man Ausflüge mit von der Regierung genehmigten Reisebüros im Voraus buchen. Gruppenausflüge bestehen meistens aus fünf bis zehn Personen, die von einem staatlich geprüften Ortsführer durchgeführt werden. So erhalten alle Besucher einen sehr persönlichen Trip (einen Tag kann man sich für die Übernachtung in einem alten Bauernhof und am nächsten Tag in einem exklusiven Resort entscheiden), während es dem Land möglich ist, Besucher so willkommen zu heißen, dass es Vorteile für die Entwicklung von Gesellschaft und Kultur hat.

Frankreich – ein nachhaltiges Ernährungssystem

Das Herzstück der französischen Küche: traditionelle Bauernmärkte

Das Herzstück der französischen Küche: traditionelle Bauernmärkte

2016 machte Frankreich Schlagzeilen auf der ganzen Welt, weil es das erste Land war, in dem essbare Lebensmittelabfälle durch Supermärkte verboten wurden. Stattdessen müssen Supermärkte ihre Abfälle an wohltätige Organisationen spenden. Restaurants ab einer bestimmten Größe müssen überschüssiges Essen ebenfalls wiederverwerten und Gästen die Option geben, Essensreste mit nach Hause zu nehmen. In einem Land, in dem die gastronomische Tradition so tiefe Wurzeln hat, ist das kein leichtes Unterfangen.

Der Food Sustainability Index bewertet 67 Länder nach der Nachhaltigkeit ihrer Ernährungssysteme in drei Kategorien: Lebensmittelverschwendung, nachhaltiger Anbau und Ernährungsherausforderungen. Es überrascht nicht, dass Frankreich an erster Stelle steht. Mit erfolgreichen Projekten wie EPODE – Together Let’s Prevent Childhood Obesity (gemeinsamer Kampf gegen Übergewichtigkeit von Kindern) und dem agrar-ökologischen Projekt ist Frankreich ein Vorreiter im Bereich von nachhaltiger Ernährung.

Österreich – Pionier im biologischen Anbau

Bei einem solchen Ausblick hört sich ein Urlaub auf dem Bauernhof verlockend an

Bei einem solchen Ausblick hört sich ein Urlaub auf dem Bauernhof verlockend an

Die Idee von biologischem Anbau wurde in den frühen 90er Jahren entwickelt und basiert auf dem Glauben, dass tierischer Mist, Zwischenfrüchte, Wechselwirtschaft und eine Schädlingsbekämpfung auf biologischer Basis zu einem besseren Anbausystem führen. Heute ist der Bio-Anbau nicht mehr aufzuhalten und der Verkauf von Bio-Produkten steigt stetig,

Weltweit werden 1,4 Prozent eines Landes biologisch bebaut, wobei der Prozentsatz in vielen Ländern höher ist. Das ist auch in Österreich der Fall, denn gleich 24 Prozent des Landes sind es hier. Biologischer Anbau hat in der relativ kleinen Alpennation eine weitreichende Geschichte.

Gemäß den Untersuchungen des österreichischen Forschers Rudolf Steiner wurde die weltweit erste Biofarm bereits 1927 in Österreich registriert. Während der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts entstanden Richtlinien, Subventionsprogramme und Ökoverbände und in den 1980er-Jahren führte Österreich als erstes Land Bestimmungen zum biologischen Anbau ein – zehn Jahre vor der ersten Vorschrift der EU:

Wenn das nicht Lust auf einen Urlaub auf dem Bio-Bauernhof macht!

Hongkong – grün und fortschrittlich durch die Stadt

Hongkong hat eines der besten städtischen Transportsysteme der Welt

Hongkong hat eines der besten städtischen Transportsysteme der Welt

Transport (vorwiegend auf der Straße, Schienen, in der Luft und auf dem Wasser) ist für 24 Prozent der CO2-Emissionen verantwortlich. Daher bemühen sich viele Länder darum, die Ausstöße zu reduzieren.

Öffentliche Verkehrsmittel können Menschen viel effizienter als eigene Fahrzeuge transportieren. In manchen Städten ist das keine Neuigkeit. Daher haben sie bereits viel in ein effizientes, nachhaltiges und zuverlässiges Transportsystem investiert. Als das weltweit führende Design- und Beratungsunternehmen Arcadis die städtischen Transportsysteme der Welt untersuchte, standen drei Aspekte bei den 100 untersuchten Städten im Vordergrund: die Bevölkerung, der Planet und Profit.

Aufgrund seines innovativen und gut verbundenen Transportsystems, das täglich 12,6 Mio. Einzelfahrten abwickelt, landete Hongkong auf dem ersten Platz. Weniger als ein Fünftel aller Einwohner besitzen ein Auto und der öffentliche Nahverkehr ist hier im Vergleich zu anderen Städten recht günstig. Wesentliche Faktoren für Hongkongs Spitzenposition sind auch die moderne und gut finanzierte U-Bahn, viele mit den Öffis bewältigte Fahrten, digitale Kapazitäten, Barrierefreiheit und der erschwingliche Preis für Tickets.

Bleib noch eine Weile ….