Urlaub mit Kindern: Erfahre die besten Tipps & Tricks im Experteninterview

Die Anreise zu beschwerlich, die Reiseplanung zu kompliziert und die Packliste zu lang – Urlaub mit Kindern ist für viele Familien mehr Herausforderung als Spaß. Dass das jedoch nicht so sein muss, beweisen unsere Experten von den Blogs Zuckersüße Äpfel, butterflyfish und mom´s blog.

Diese Familienblogger haben nämlich für euch den ein oder anderen Tipp, wie die Reise mit der Familie zum Erfolg wird – egal, ob du eine Reise mit Kindern in Deutschland oder exotischeren Fernweh-Zielen ansteuerst!

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Dieses Interview ist entstanden in Zusammenarbeit mit den Familienbloggern von Zuckersüße Äpfelmom´s blog und butterflyfish.

Apropos Urlaub mit Kindern: Hier sind günstige kinderfreundliche Städtetrips und kinderfreundliche Hotels in Deutschland!

Urlaub mit Kindern: die Experten stellen sich vor

Dani ist das Gesicht hinter butterflyfish, ein buntes Potpourri an Themen rund um Familie & Kind

Dani (butterflyfish): Ich bin Dani, schreibe seit knapp 10 Jahren den Blog butterflyfish und lebe mit meiner Familie in Berlin. Wir haben zwei Kinder im Alter von 10 und 15 Jahren und bereisen in allen möglichen Konstellationen die Welt. Mal reise ich alleine mit meiner Tochter, mal nehme ich beide Kinder mit, manchmal nur mit einem Kind und Mann und wenn alles gut läuft: Zu Viert. Es lebe Patchwork!

Tanja (Zuckersüße Äpfel): Hallo, ich bin Tanja, Mama von zwei Kindern im Alter von 3 und 7 Jahren und Bloggerin auf dem kreativen Familienblog „Zuckersüße Äpfel“. Bereits vor unseren Kindern sind mein Mann und ich sehr viel gereist. Als unsere Tochter geboren wurde, dachte ich das Reisen würde jetzt weniger werden. Aber bereits als Kleinkind reisten wir mit ihr nach Italien, Spanien, Frankreich, Dänemark und Schweden. Mittlerweile sind beide Kinder sehr reiseerfahren und wir lieben es, mit Ihnen die verschiedenen Länder und Kulturen zu entdecken.

Patricia (Mom´s Blog): Ich heiße Patricia, bin 38 Jahre alt und habe eine 12-jährige Tochter sowie einen 10-jährigen Sohn. Mom´s Blog nutze ich, um meine Erfahrungen aus den unterschiedlichsten Lebensbereichen mit dem Rest der Welt zu teilen. Dabei spielt das Thema Reisen eine immer größere Rolle. Während wir unsere Urlaube in den ersten Lebensjahren der Kinder am liebsten in Strandhotels auf Mallorca bzw. in Ferienhäusern oder Ferienparks an der holländischen und deutschen Nordsee verbracht haben, stehen nun Abenteuer-, Städte-, und Fernreisen auf dem Programm: Ob Baumhaus-Übernachtung, Iglu-Hotel oder Fernreise nach Sydney – 2017 wird definitiv nicht langweilig!

Was sind eure Kriterien für einen gelungenen Urlaub mit Kindern?

Patricia (Mom´s Blog): Als die Kinder klein waren, war All Inclusive Urlaub in einem Familienhotel für mich das Paradies auf Erden: Nicht kochen zu müssen, nicht ständig den halben Hausrat ins Auto packen zu müssen – einfach in den Tag hineinleben zu können, am Strand zu liegen und den Kindern beim Spielen zuzuschauen: Ein Traum! Inzwischen ist das aber anders: Die Kinder sind nun älter und ich möchte ihnen die Welt zeigen, möchte, dass sie möglichst viele Eindrücke sammeln können, verschiedene Kulturen kennenlernen und zu weltoffenen Menschen heranwachsen.

Tanja (Zuckersüße Äpfel): Ein Urlaub mit Kindern ist für uns gelungen, wenn alle Familienmitglieder das Gefühl haben, es war eine richtig tolle Zeit! Es ist egal, ob wir dafür in einem Ferienhaus oder einer Finca wohnen, Camping machen, einen Ferienpark oder Bauernhof besuchen oder in einem Hotel wohnen. Wir haben mit unseren beiden Kindern schon alle erdenklichen Reisemöglichkeiten ausprobiert und überall Dinge entdeckt, die wir toll fanden.

“Am Schönsten war es in Istanbul, eine wunderbare Stadt und unglaublich kinderfreundlich – nur traut sich ja jetzt keiner mehr hin. Was so schade ist, denn Istanbul ist wirklich eine wahnsinnig bunte, lebendige und faszinierende Stadt.”

(Auf die Frage: Welche internationalen Ziele sollte man gesehen haben? – Dani)

Dani (butterflyfish): Kinder und Erwachsene sollten sich gleichermaßen wohlfühlen. Wenn wir in einem Hotel absteigen, in dem es Pools ab 18, Sauna für Erwachsene und Edel-Dinner gibt, dann haben die Kids keinen großen Spaß – und damit auch wir nicht. Es sollte möglich sein, das alle auf ihre Kosten kommen und daher verreisen wir auch jedes Jahr anders. Mal campen wir, mal wird’s ein Roadtrip, dann wieder mal All Inclusive – möglichst abwechslungsreich. Wir wissen, dass wir alles richtig gemacht haben, wenn unsere Kinder nach dem Urlaub sagen: Wann fahren wir da wieder hin!?

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Kommen wir zur Reiseplanung: Wie sieht eure Checkliste aus?

Patricia (Mom´s Blog): Bei Fernreisen erkundige ich mich schon Wochen vor der Reise auf der Website des Auswärtigen Amtes über landesspezifische Sicherheitshinweise, Kriminalität, Naturkatastrophen, empfohlene Impfungen und mögliche gesundheitliche Risiken. Weitere Dinge, die ich vorab kläre: 1. Welche Freizeitangebote gibt es für Kinder? – Für einen schnellen Überblick hilft mir zum Beispiel Tripadvisor. 2. Wie ist die WLAN-Versorgung im Urlaubsland? – Und lohnt es sich, eine SIM-Karte zu organisieren? 3. Gibt es bestimmte Produkte, die unbedingt auf die Packliste müssen? – Je nach Reiseziel könnten das zum Beispiel Mücken-Spray oder ein Moskito-Netz sein.

Auf Tanjas Blog Zückersüße Äpfel wird gebastelt, gekocht, gespielt - und natürlich gereist!

Dani (butterflyfish): Wir teilen das auf. Dieses Jahr fahren wir beispielsweise nach Thailand und dann mit dem Auto vom Norden in den Süden – einer kümmert sich um das Mietauto und die Routen, der nächste um die verschiedenen Hotels und Flüge.

Alle zusammen gucken wir, was wir vor Ort machen wollen und dass es nicht zu eintönig oder langweilig für die Kinder wird. Da wir schon einmal Glück hatten und mit einem fast abgelaufenen Reisepass des Kindes unterwegs waren – und trotzdem einreisen durften, puh! – checken wir inzwischen immer, ob alles da und auch lange genug gültig ist. Für Thailand stehen auch noch ein paar Impfungen auf dem Programm – zu kurzfristig sollte man sich da die Arzttermine nicht setzen. Das gilt natürlich nicht für Europareisen. Da checken wir eigentlich nur, ob wir auch genügend Ausweisdokumente haben.

Ach ja, wer, wie wir, in einer Patchworkfamilie lebt, sollte im Idealfall immer auf Nummer sicher gehen und bei Langstreckenflügen eine Erlaubnis des anderen Elternteils dabei haben. Ich wurde zwar noch nie am Flughafen gefragt, ob mein Ex auch mit der Reise einverstanden ist, aber ich habe auch schon andere Geschichten gehört. Wir werden immer nur verwundert angeschaut, wenn wir mit unseren drei verschiedenen Nachnamen verreisen.

 

Tanja (Zuckersüße Äpfel): Vor jeder Reise drucke ich mir eine Packliste aus, damit ich ganz entspannt die Koffer für eine ganze Familie packen kann und nichts vergesse. Dazu gehe ich in die Bücherei und den Buchhandel und decke mich mit Reiseführern und Kartenmaterial ein. Auch die Reisepässe, Kreditkarten und unsere Reisekrankenversicherung überprüfe ich jedes Mal. Zusammen mit den Reiseunterlagen kommen sie in eine kleine extra Tasche. Im Internet suche ich dazu nach den schönsten Sehenswürdigkeiten und Geheimtipps, wie abgelegene Strände oder Restaurants, in denen sonst nur Einheimische Essen.

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Apropos Packliste: Was muss in den Kinder-Reisekoffer und was kann zuhause bleiben?

Dani (butterflyfish): Es kommt immer auf das Alter des Kindes an und in meinen Augen auch ein bisschen darauf, wie und womit man reist. Ich habe keine großen Ansprüche und deswegen gilt für mich persönlich: Ich nehme so viel mit, wie ich alleine tragen kann, egal wohin. Das war anfangs ein Kinderwagen + Maxi Cosi, ein Rucksack auf meinem Rücken und ein kleiner Rucksack in der Hand.

Patricias Ziel für ihren Blog: Ideen, Tipps und persönlichen Erfahrung mit anderen Müttern und Vätern zu teilen

Babys brauchen ja an sich nicht so viel, wie es irgendwie gefühlt an vielen Stellen erzählt wird. Aber vermutlich kommt es auch ein bisschen auf die Eltern und den generellen Gesundheitszustand des Kindes an. Fast alles kann ich auch in anderen Ländern kaufen und meine Reiseapotheke auf Nurofen für die Kleine und Paracetamol für mich beschränken – im Notfall. Wenn es etwas weiter weg geht, sind häufig noch Nasentropfen (für’s Flugzeug) und Perenterol mit dabei.

“Die Kinder sind nun älter und ich möchte ihnen die Welt zeigen, möchte, dass sie möglichst viele Eindrücke sammeln können, verschiedene Kulturen kennenlernen und zu weltoffenen Menschen werden.”

(Patricia über ihre Reisemotivation)

Größere Kinder brauchen ja nicht mehr viel, daher läuft es heute ähnlich wie früher: Ein Rollkoffer, ein Handgepäck-Rucksack für mich und ein Rucksack für Madame – ihr Handgepäck, in das alles rein muss, was sie braucht: Buch, Tablett, Kopfhörer, Handy, Kuscheltier, ein Reisespiel. Stifte, Malbücher, all das lassen wir inzwischen zu Hause. Ostern fliegen wir nach Jordanien und ich habe mir großes vorgenommen: Kind und ich fliegen für eine Woche nur mit Handgepäck. Mal sehen ob der Plan aufgeht!

Tanja (Zuckersüße Äpfel): Ich habe die Erfahrung gemacht, dass jeder Kinderreisekoffer je nach Alter des Kindes, nach Reiseziel und nach Wetter am Zielort anders aussieht. Wenn wir in den Süden fliegen, überwiegen die Badesachen, die Sonnencreme und das Strandspielzeug. In den skandinavischen Ländern haben wir immer auch robuste Schuhe und Kleidung und eine extra Tasche mit Regensachen dabei. Mit einem Baby oder Kleinkind braucht man auch immer eine Tasche mit Windeln, Feuchttüchern, Babynahrung und meistens noch eine Trage und einen extra Schlafsack. Dafür ist die Kleidung recht klein und platzsparend beim Packen. Was bei mir nie fehlen darf, ist Ersatzkleidung im Handgepäck und vor Ort ein Reisewaschmittel, das man auch im Waschbecken verwenden kann. Auf Reisen erlebt man halt immer wieder Überraschungen.

Patricia (Mom´s Blog): Auf Flugreisen nehmen wir möglichst wenig Gepäck mit. Gegen Langeweile packe ich Spiele ein, die kaum Platz brauchen: Kartenspiele, kleine Reisespiele wie zum Beispiel Dobble oder Klassiker wie Kniffel. Wir verbringen im Urlaub sowieso die meiste Zeit draußen, das reicht also vollkommen. Außerdem dürfen die Kinder ein Tablet bzw. Smartphone mitnehmen, mit dem sie während der Anreise bzw. abends mal für eine halbe Stunde spielen dürfen. Was sonst noch wichtig ist: Gute Sonnencreme, denn die ist vor Ort oftmals recht teuer, Mücken-Spray, Stich-Heiler und eine Reiseapotheke mit Pflastern und Medikamenten gegen Fieber und Übelkeit.

Ein Tipp: Als die Kinder kleiner waren, haben wir das Freigepäck der Kinder auf Flugreisen genutzt und einen “Rausfallschutz” für das Elternbett, ein dunkles Bettlaken zum Verdunkeln des Zimmers und reichlich Windeln und Milchpulver/Brei eingepackt.

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Stichwort Druckausgleich, Sitzplatz und kindgerechte Beschäftigung: Das Fliegen mit Kindern ist ein viel diskutiertes Thema. Was sind eure Tipps, damit der Flug zum Erfolg wird?

Tanja (Zuckersüße Äpfel): Wenn wir mit unseren Kindern fliegen, habe ich immer eine Überraschungstüte für sie gepackt. Darin sind unterschiedliche Dinge, die sie noch nicht kennen. Kleine Pixie-Bücher, ein Malbuch mit Stiften, kleine Puzzles, ein Magnetspiel oder ein Heft mit Aufklebern. Dazu ein Lolly und Gummibärchen! Für den Druckausgleich im Flugzeug bekommt die Große Kaugummi, der Kleine nimmt seinen Schnuller.

Patricia (Mom´s Blog): Entspanntes Fliegen fängt für mich mit der Wahl der richtigen Flugzeit an. Auf Langstrecken versuche ich immer, einen Nachtflug zu buchen, während es auf Kurzstrecken sinnvoll ist, einen Flug zu wählen, bei dem man nicht schon nachts mit völlig übermüdeten Kindern Richtung Flughafen starten muss. Im Flugzeug selbst dürfen meine Kinder mit dem Tablet bzw. Smartphone spielen, also Powerbanks einpacken!  Um mich nicht auf das Bordprogramm verlassen zu müssen, lade ich vor der Reise immer mehrere neue Filme auf das Tablet. Zusätzlich packe ich ein paar Snacks ein. Außerdem Kaugummi oder Kaubonbons zum Druckausgleich sowie Nasentropfen, Taschenbücher und  aufblasbare Nackenkissen. Falls noch Platz im Handgepäck ist: Wechselkleidung für den Fall, dass mal ein Getränk vom Tisch fällt. Die Gebühr für die Sitzplatzreservierung spare ich mir, indem ich so früh wie möglich online einchecke. Ich habe auf diese Weise bisher immer gute Plätze reservieren können.

Dani (butterflyfish): Ich bin zwar Reiseblogger, aber zugegeben kein Freund von Langstreckenflügen mit Baby. Ich bin schon im ersten Jahr geflogen, habe aber versucht, unter drei Stunden zu bleiben. Und: Vor dem ersten Langstreckenflug würde ich mit dem Baby mit einem Kurzstreckenflug checken, ob fliegen überhaupt funktioniert. Und dabei geht es mir nicht darum, dass das Kind womöglich andere Fluggäste belästigt, sondern darum, wie das Baby damit klar kommt.

Wichtig ist auch, was endlich überall angekommen sein sollte: Starten und Landen ist richtig fies, vor allem für die Kleinen. Immer Nasentropfen oder etwas zu Trinken bereit halten. Durch das Schlucken wird der Druck einigermaßen ausgeglichen – weil so ein Baby halt noch nicht weiß, was “Druckausgleich” bedeutet. Es ist mir immer wieder unverständlich, wie Eltern verzweifelt über ihrem schreienden Kind hocken, weil sie das nicht wissen. Und manchmal frage ich mich auch: Warum geht nicht einfach mal ein Flugbegleiter hin und hilft!? Der muss das doch wissen!

Gibt es bestimmte Fluggesellschaften, mit denen ihr besonders gute Erfahrungen gemacht habt?

 

Patricia (Mom´s Blog): Bisher habe ich da keine großen Unterschiede zwischen den renommierten Fluggesellschaften festgestellt. Besonders gut soll der Service bei Singapore Airlines sein. Ob das stimmt, kann ich aber erst nach unserem Sydney-Trip im April berichten, den ich aufgrund der langen Flugzeit extra bei dieser Fluggesellschaft gebucht habe.

Tanja (Zuckersüße Äpfel): Wir sind bisher als Familie mit Lufthansa, Air Berlin, Air France, Vueling und Condor geflogen und ich fand das Personal dieser Fluggesellschaften immer sehr kinderlieb. Bei Air Berlin bekamen wir ein Babyset, mit Fläschchen, Windel und Lätzchen. Auch unseren Kinderwagen und Buggy konnten wir bisher immer direkt bis zum Flugzeug nutzen. Bei Lufthansa, Vueling, Condor und Air Berlin hatten wir mit unseren Kindern Vorrang beim Einsteigen. Ich glaube, dass sogenannte Priority Boarding ist aber nur möglich, wenn die Kinder noch klein sind.

Dani (butterflyfish): In meinem Fall hatte es nichts mit der Gesellschaft zu tun, sondern nur mit dem Personal an Bord: Ich bin alleine mit meiner drei Monate alten Tochter von München nach Lissabon geflogen und musste so dringend aufs Klo. Einer der männlichen Flugbegleiter ist förmlich vor Freude ausgeflippt, als ich ihn gefragt habe, ob er vielleicht mal kurz halten könnte… Bei der gleichen Gesellschaft habe ich aber auch schon Gegenteiliges erlebt, wie stundenlang am Flughafen oder im Flugzeug sitzen – ohne dass es wenigstens einen Schluck Wasser für die Kids gab. Grundsätzlich gute Flugerfahrungen konnte ich bisher mit Emirates, Condor und Lufthansa sammeln, das Personal ist immer freundlich und zuvorkommend – ganz besonders Kindern gegenüber. Aber ich glaube, grundsätzlich sind das immer sehr persönliche Erfahrungen, die sich nicht auf die ganze Gesellschaft ausweiten lassen.

Familienreisen-Anbieter boomen. Was haltet ihr von Gesamtpaketen und worauf achtet ihr bei der Auswahl?

Dani (butterflyfish): Wir haben mal einen dieser Center Parks besucht und nun ja, für die Kinder war es super, für mich hatte es eher Kantinen- und Sardinenfeeling. Zusätzlich ärgert mich, dass ich selten ein echtes Gesamtpaket buche, sondern am Ende immer noch mal ordentlich drauf zahle. Mir unverständlich, wieso man Familien so ausnehmen muss. Ich bin kein großer Freund von Gesamtpaketen, denke aber, dass es auch entspannend ist, sich um fast nichts kümmern zu müssen.

“Wenn wir mit unseren Kindern fliegen, habe ich immer eine Überraschungstüte für sie gepackt. Darin sind unterschiedliche Dinge, die sie noch nicht kennen. Kleine Pixie-Bücher, ein Malbuch mit Stiften, kleine Puzzles, ein Magnetspiel oder ein Heft mit Aufklebern.”

(Tanjas Tipps für einen entspannten Flug mit Kindern)

Tanja (Zuckersüße Äpfel): Wir waren mit unseren Kindern schon mehrmals in den Center-Parcs und in einem dänischen Lalandia und fanden es jedes Mal sehr schön. Ich mag es, dass man sich aus all den Freizeitangeboten, das heraussuchen kann, das zu den eigenen Interessen und der Familie passt. Und ich finde es schön, viele verschiedene Freizeiterlebnisse zusammen an einem Ort zu haben. In diesen Parcs ist es egal, wie morgen das Wetter wird. Man findet immer etwas und viele tolle Erlebnisse sind garantiert. Dazu gibt es Drumherum immer viel Natur, die man entdecken kann.

Patricia (Mom´s Blog): Ich finde solche Gesamtpakete grundsätzlich gut. Wir haben auch schon häufig Kurzurlaube bzw. verlängerte Wochenenden in Center Parcs, Roompot Parcs und so weiter verbracht. Die Unterschiede in der Ausstattung sind aber nicht nur von Anbieter zu Anbieter, sondern auch von Park zu Park enorm. Ich lese daher vor der Buchung ganz gezielt Berichte in Bewertungsforen, um schon vor der Anreise zu wissen, ob der Park meinen Vorstellungen entspricht. Ein gutes Preis-/Leistungsverhältnis ist mir wichtig, außerdem eine gute Lage und eine moderne Einrichtung. Als die Kinder noch etwas jünger waren, habe ich zudem darauf geachtet, dass ein Indoor-Spielangebot für Kinder vorhanden war.

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Ein weiterer Trend ist der Urlaub mit Kindern in Deutschland. Bayern, Ostsee, Nordsee & Co. gehören zu den beliebtesten Reisezielen 2017. Was sind eure Empfehlungen?

Dani (butterflyfish): Ich bin ein Bergkind und würde immer Urlaub in den Bergen machen. Zum einen finde ich die Hotelangebote – von der Einrichtung bis hin zur Küche – dort deutlich schöner und durchdachter als an der Ostsee und ich liebe die Ausblicke in die Weite. Wenn ich oben auf einem Berg stehe, dann ist alles andere unwichtig. Im Allgäu gibt es wunderbare Natur und tolle Seen zu bewundern.

Auch richtig schön: Der Schwarzwald, es sollten viel mehr Familien und junge Menschen dort hinfahren. Hier geht alles. Wandern, Action, Sport, Wellness. Am liebsten im Herbst, die Farben sind der Hammer. Und ebenfalls ein persönlicher Favorit: Die sächsische Schweiz mit der Bastei. Die Steinformationen sind einfach der Wahnsinn.

Patricia (Mom´s Blog): Mein Geheimtipp für Familien mit kleinen Kindern – ich würde sagen bis 8 Jahre – lautet: Bensersiel. Der übersichtliche Ort an der deutschen Nordseeküste ist auf den ersten Blick eher unspektakulär. Für Familien, die einen entspannten Urlaub zu einem guten Preis-/Leistungsverhältnis verbringen möchten, ist er aber nahezu perfekt. Selbst die starken Gezeiten waren für uns immer eher ein Vor- als ein Nachteil: Zum Schwimmen im Meer wäre es im Frühling und Herbst ohnehin zu kalt gewesen. So konnten die Kinder stundenlang mit nackten Füßen durch die warmen Priele des Wattenmeeres rennen, im Sand buddeln und kleine Krebse suchen. Ein weiterer Pluspunkt: Der große Spielplatz direkt am Strand inklusive Indoor-Sandspielplatz mit Strandblick, das Hallenbad, Restaurants und einige kleine Geschäfte. Außerdem gibt es ein vielfältiges Kinderprogramm.

Wer nicht auf das Meer verzichten möchte, dem kann ich während der Nebensaison den Ferienpark Weissenhäuser Strand an der Ostsee empfehlen. Die Anlage erinnert zwar eher an die 60er Jahre, die direkte Strandlage ist aber ein echter Pluspunkt und das Schwimmbad sowie der große Indoorspielplatz sind eine perfekte Alternative bei schlechtem Wetter.

Tanja (Zuckersüße Äpfel): Wir sind Küstenkinder und lieben das Meer! Meine Kinder mögen es unheimlich gerne, Steine und Muscheln zu sammeln, ihre Drachen steigen zu lassen und im Meer zu baden. Daher machen wir regelmäßig Reisen an die Nord- und Ostsee, manchmal auch einfach für ein Wochenende. Büsum, St. Peter Ording, Scharbeutz, Travemünde und Niendorf, Sylt, Rügen oder die Insel Fehmarn. Überall gibt es wunderschöne Orte mit Nähe zum Strand, viel Natur und besonderen Erlebnissen für die ganze Familie.

 

Welche internationalen Ziele sollte man mit seinen Kindern unbedingt gesehen haben?

Patricia (Mom´s Blog): Mit Kleinkindern finde ich Mallorca, zum Beispiel die Bucht von Alcudia, im September ideal. Ansonsten kann ich Korsika im Herbst absolut empfehlen – hier gibt es nicht nur tolle Strände, sondern auch eine wahnsinnig faszinierende Natur. Auch Städtereisen mit Kindern haben ihren Reiz: London oder Paris bieten unzählige Möglichkeiten, die auch für Kinder interessant sind. Mein absolutes Lieblingsziel ist und bleibt aber Sydney!

Tanja (Zuckersüße Äpfel): Wenn es in den Süden geht, sind wir große Italienfans und lieben als Familie die Kinderfreundlichkeit der Italiener. Dazu das unglaublich leckere italienische Eis, die romantische Atmosphäre und Kultur in den italienischen Städten wie Verona und Venedig, das Licht in der Toskana, das leckere Essen, die unterschiedlichste Natur und die wunderschönen Strände. Italien ist als Familie ein tolles Reiseziel! Wenn es in den Norden geht, ist Småland in Schweden unser liebstes Reiseziel. Auf den Spuren von Astrid Lindgren spürt man in jedem Winkel, wie kinderfreundlich die Schweden sind. Die wunderschönen Häuser wie in Bullerbü versetzen einen sofort in eine andere Zeit! Überall gibt es süße Cafés und eine unglaublich vielfältige Natur, die man entdecken kann. Glitzernde Seen, verzauberte Wälder, kleine Schäreninseln, die sich wunderbar mit dem Ruderboot erobern lassen. Große Elche und eine unberührte Wildnis, alte und neue Städte mit sehr viel Charme. In Småland findet jeder in der Familie seinen Lieblingsplatz!

Dani (butterflyfish): Ich vermute: Alle! Am Schönsten war es in Istanbul, eine wunderbare Stadt und unglaublich kinderfreundlich – nur traut sich ja jetzt keiner mehr hin. Was so schade ist, denn Istanbul ist wirklich eine wahnsinnig bunte, lebendige und faszinierende Stadt. Die Malediven sind ein traumhaftes Ziel für alle. Sand, Sonne und Schnorcheln macht glücklich. Viel mehr braucht es da gar nicht.  Außerdem Dubai, weil es wohl keine krassere Stadt gibt, als dieses Stück Land, das mit Hochhäusern zugeknallt wurde. Für Kinder gibt es dort den Wild Wadi Wasserpark, ein riesiges Aquarium, eine Skihalle und eine Eislaufbahn.

Abschließend: Was sind eure 3 besten Tipps für den Urlaub mit Kindern?

Patricia (Mom´s Blog): Tipp 1: Entspannt bleiben!  Also nicht zu viel planen und genügend “Puffer” zum Spielen einplanen. Tipp 2: Kompromisse eingehen! Kindgerechte Ausflugsziele auswählen oder zum Beispiel Ausflüge ins Museum mit dem Sammeln von Pokemon kombinieren. Tipp 3: Die Zeit mit den Kindern genießen und einfach mal ein paar Tage offline bleiben.

Tanja (Zuckersüße Äpfel): Mit Kindern sollte man vorab so wenige Pläne wir möglich machen, was man vor Ort alles unbedingt sehen und erleben möchte. Erst einmal ankommen, alle neuen Eindrücke aufnehmen und vor Ort gemeinsam schauen, was alle interessiert. Senkt man vorab seine Erwartungen, ist später niemand enttäuscht, sondern positiv überrascht, was alles gemeinsam erlebt wurde. Auch ist ein Urlaub zum Entschleunigen gedacht, der Alltag ist bei Kindern und Erwachsenen schon stressig genug. Im Urlaub hat man für alles viel mehr Zeit! Zum Essen, zum Spielen, zum Baden, zum Wandern und Fahrradfahren und allem, was man gerne macht. Und man sollte im Urlaub flexibel bleiben. Bei geplanten Ausflügen mussten wir schon so manches Mal umplanen oder absagen. Und einmal haben wir nach drei Tagen an einem Ort storniert, weil es uns allen überhaupt nicht gefallen hat. Nur ein kurzes Stück weiter, hatten wir dann einen unglaublich schönen Urlaub und waren glücklich, dass wir als Eltern so reagiert haben.

Dani (butterflyfish):

  1. Liebe Eltern, bitte entspannt euch!
  2. Liebe Eltern, denkt auch ein bisschen an eure Kinder. Der Abenteuer-Backpacker-Urlaub, die freakige Individualreise oder das tägliche Urlaubskulturprogramm von 8 – 20 Uhr macht vielleicht euch Spaß, aber nicht immer euren Kindern…
  3. Liebe Eltern, verbringt Zeit mit euren Kindern. Auch die brauchen Urlaub – und zwar nicht 12 Stunden in der nächsten Kinderbetreuung. Das, was euer Job ist, ist deren Kita/Schulalltag.

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